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Einführung einheitlicher Schulkleidung in Hamburg

Als pdf: 18/4615 | Einführung einheitlicher Schulkleidung in Hamburg (Schriftliche Kleine Anfrage)


BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG 18. Wahlperiode

Drucksache

18/4615
11. 07. 06

Schriftliche Kleine Anfrage
des Abgeordneten Klaus-Peter Hesse (CDU) vom 03.07.06 und

Antwort des Senats

Betr.: Einführung einheitlicher Schulkleidung in Hamburg Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) haben sich unlängst beide für einheitliche Schulkleidung ausgesprochen, da diese zur Identifizierung mit der Schule beitrage und Symbol einer Gemeinschaft aller am Schulleben Beteiligten sei. Allerdings müssten die Schulen selbst über die Einführung von Schulkleidung entscheiden. In einer Umfrage von TNS Infratest im April 2006 für das Nachrichtenmagazin Spiegel hielten 58 % von rund 1000 Befragten eine einheitliche Schulkleidung für wünschenswert. Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat: 1. Welche Hamburger Schulen/Klassen haben bereits Projekte zur einheitlichen Schulkleidung durchgeführt oder tragen bereits einheitliche Schulkleidung?

Die Schulen beschließen in eigener Zuständigkeit über die Einführung einheitlicher Schulkleidung. Der zuständigen Behörde liegen Informationen über entsprechende Projekte bzw. die Einführung von Schulkleidung für folgende Schulen vor: Gymnasium Allee, Gymnasium Bramfeld, Heinrich-Heine-Gymnasium, Gesamtschule Am Heidberg, Gesamtschule Öjendorf, Schule Holstenhof, Schule Richard-Linde Weg, Schule Kerschensteinerstraße, Königsländer Schule, Schule Rahlstedter Höhe, Schule Sinstorf und Wichernschule. 2. Sind die vom Senat angekündigten Flyer mit Informationen über die freiwillige Einführung von Schulkleidung an Hamburger Schulen hergestellt und verteilt worden? a) b) Wenn ja, in welcher Auflage wurden sie hergestellt, wo sind sie verteilt worden und wie war die Resonanz? Wenn nein, warum nicht?

Der Flyer wurde in einer Auflage von 50 000 Stück gedruckt und wird zum Schuljahresbeginn in allen Klassen 1 bis 5 und punktuell in Vorschulklassen verteilt. Darüber hinaus liegen weitere Exemplare im Schulinformationszentrum (SIZ) aus.


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3.

Ist die geplante Internetseite mit Informationen rund um das Thema Schulkleidung, Erfahrungsberichten, praktischen Tipps und Links zu Literaturempfehlungen bereits online? a) Wenn ja, seit wann, mit welchen konkreten Inhalten und mit welcher Resonanz?

Über die Startseite des Hamburger Bildungsservers (www.hamburger-bildungsserver.de) wird seit dem 27. März 2006 unter dem Thema "Aufgabengebiet Sozialund Rechtserziehung" über die Einführung von einheitlicher Schulkleidung als Teil einer Corporate Identity informiert. Die Resonanz wird technisch nicht erfasst. Seit dem 27. Juni 2006 ist darüber hinaus eine eigenständige Internetpräsenz unter www.schulkleidung.hamburg.de online. Das inhaltliche Angebot wird laufend ergänzt. b) Entfällt. 4. Wurde das Thema Schulkleidung – wie angekündigt – im Rahmen eines Schulwettbewerbs zur Einführung einheitlicher Schulkleidung verstärkt an Schulen herangetragen? a) b) Wenn ja, wann und in welcher Form sowie mit welchem Erfolg hat der Wettbewerb stattgefunden? Wenn nein, warum nicht? Wenn nein, warum nicht?

Das Konzept für den Schulwettbewerb liegt vor. Mit dem Wettbewerb sollen die Schulen aufgefordert werden, Konzepte zur Einführung von Schulkleidung zu entwickeln und einzureichen. Schulen, die sich am Wettbewerb beteiligen, sollen durch außerschulische Experten und Studierende der entsprechenden Hochschulen unterstützt werden. Die Wettbewerbsunterlagen werden zu Beginn des Schuljahres 2006/2007 an die Schulen versandt. Im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) werden begleitende Workshops zur Qualifizierung der Schulen angeboten. Der Einsendeschluss ist für den 15. Februar 2007 festgelegt. Die Siegerehrung im April 2007 soll mit einer Fachtagung zum Thema verbunden werden. 5. Wurden die geplanten Informationsveranstaltungen für Lehrer bei der Landeszentrale für Lehrerfortbildung (LIT) durchgeführt? a) b) Wenn ja, wie häufig und mit welcher Resonanz? Wenn nein, warum nicht?

Auf der "Schulanfangstagung 2006" im LI wird eine Veranstaltung zum Thema "Schulkleidung ist nicht Schuluniform" angeboten. Das Anmeldeverfahren läuft. Darüber hinaus ist für das Frühjahr 2007 eine Fortbildungsveranstaltung zum Thema "Corporate Identity" geplant, in der als wichtiger Teil das Thema "Schulkleidung" Gegenstand sein wird. 6. Ist das Thema Schulkleidung auch auf der Schulleiterdienstbesprechung sowie mit der Schulaufsicht im April zu Zielen und Leistungsanforderungen im Rahmen der Schulprofile angesprochen worden? a) Wenn ja, mit welcher Resonanz?

Ja, mit grundsätzlich positiver Resonanz. b) Entfällt. Wenn nein, warum nicht?

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7.

Hat die Behörde für Bildung und Sport (BBS) Schulen und Klassen, bei denen Schüler, Eltern und Lehrer sich für die Einführung einheitlicher Schulkleidung ausgesprochen haben, mit Rat und logistischer Hilfe unterstützt? a) Wenn ja, inwieweit hat die Unterstützung stattgefunden?

Nachfragende Schulen wurden intensiv beraten. Darüber hinaus wurde auf Elternversammlungen über das Thema einheitliche Schulkleidung informiert. In "Hamburg macht Schule", Heft 4/2005, das an allen Hamburger Schulen verteilt wird, wurde über das Thema informiert (Hintergründe, Historie, Tipps). Der Beitrag kann im Internet (www.schulkleidung.hamburg.de) nachgelesen werden. b) Entfällt. 8. Hat die BBS zum neuen beginnenden Schuljahr im August 2006 bereits Grundschulen gefunden, bei denen im Rahmen ihres Schulprofils einheitliche Schulkleidung eingeführt wird? a) b) Wenn ja, welche sind das? Wenn nein, warum nicht? Wenn nein, warum nicht?

Nein. Die Diskussion zur Einführung einheitlicher Schulkleidung begann im breiteren Rahmen im Schuljahr 2005/2006. Die Einführung selbst ist das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses, an dem alle Beteiligten – Lehrkräfte, Schulleitungen, Eltern, Schülerinnen und Schüler – mitwirken, sich abstimmen und ein Konzept gemeinsam erarbeiten und umsetzen. Im Übrigen siehe Antworten zu 1. und zu 6. und 6. a).

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